Ein sehr alter Baum wurde gefällt, wie konnte es soweit kommen?

So geschehen am Gasteig/ Nähe St.Nikolai und Zellstraße.

Welche Bäume sind laut Baureferat geschützt?

Offiziell heißt es: "In München schützt die Baumschutzverordnung Bäume, die einen Stammumfang von 80 cm und mehr haben (in 1m über dem Boden gemessen). "


Diesem Baum blühte dasselbe Schicksal wie dem noch viel älteren Baum am Flaucher auf der Insel in der Mitte des Flaucherstegs



Mein Freund, der Baum?.........

 Ein Telefonanruf beim
Baureferat/Gartenbau/LH München
(nicht Friedensstr.40, sondern Mitte ist dort zuständig)
 ergab folgendes:
Dieser Baum stand schon längere Zeit als Torso herum und wurde nun komplett gefällt. Am Stammquerschnitt läßt sich nicht ablesen, wie es der Krone ging. Bei jedem Baum findet eine Einzelfallanalyse und -abwägung statt, gerade bei einem alten Baum werden Gutachter dazugeholt. Jeder Baum erfährt andere Bedingungen und muß gesondert behandelt werden. Bevor die zuständigen Arbeiter des Baureferats/Gartenbau einen so alten Baum fällen, überlegen sie es sich sehr gut. Kein Baum wird einfach so gefällt, es gibt immer einen triftigen Grund. In diesem Fall war schon ein Jahr zuvor die Krone morsch, Passanten wären gefährdet gewesen.

Unpassenderweise fand diese Aktion kurz vor der ersten "Isarlust"-Konferenz im Gasteig statt... 26.2.2015 http://www.gasteig.de/veranstaltungen-und-tickets/veranstaltungen/kultur-im-fluss.html,v35833
Dem Biber auf der Museumsinsel wurde auch schon sein Lebensraum zerstört. So wird also "Kultur im Fluß" aussehen? "Die innerstädtische Isar macht Karriere. München entdeckt seine Mitte neu." bitte nicht als Horrorvision.


Stammunfang eindeutig viel mehr als 80 cm, ein weit über 100 Jahre alter Baum wurde gefällt......


Präventivmaßnahmen hätten vielleicht die Gesundheit dieses Baumes erhalten können, dann hätte er nicht so gegen den Pilz kämpfen müssen, was an den schwarzen Rändern zu sehen ist. Daß er unmittelbar vor dem Fällen noch lebte, ist hier eindeutig erkennbar. Nicht erkennbar jedoch ist der Schaden an der Krone und sein vorjähriges Dasein als halb zerstörter Torso. Alle Faktoren für die Gesundheit eines Baums zu berücksichtigen ist schwer, oftmals wird auch die Strategie der Pflanzung an Stellen gefahren, wo Bäume sich schwerer tun als in der freien Natur/im Wald/odgl., auf das Risiko hin, daß der Baum Jahre später leiden muß.


Nun bleibt die Frage offen: Warum leidet ein über 100 Jahre alte Baum jahrzehntelang nicht und auf einmal so sehr, daß er morsch wird?
Viele Bäume wurden in München gepflanzt, obwohl von vornherein klar war, daß es ihnen in der wilderen Natur der peripheren Wälder besser gehen würde. Ein komplexes Zusammenspiel weitaus mehrerer Faktoren als  Grundwasser- und Bodenqualität oder Abgasbelastung schafft die Bedingungen. Prophylaxe sollte an all diesen Bedingungen gleichzeitig ansetzen.


Bäume sind dringend benötigte Wohnungen für seltene Vögel, Insekten und Fledermäuse. 
Jeder Baum ist ein Ökosystem. 


2 Monate später zeigte sich dann wie zu erwarten: Der Baum lebte noch.


Es hätte also vielleicht ausgereicht, einen Teil der Krone und bruchgefährdete Äste zu beschneiden.




Seminar am 11.3.2015 im öbz:

Baumschutz in der Stadt 

München und Frankfurt im Vergleich
Referenten:
Angela Burkhardt-Keller, BUND Naturschutz
Michael Brunner, Baureferat Gartenbau, München
Heinz-Peter Westpahl, Grünflächenamt Frankfurt 


der Baum gegenüber ist ein Naturdenkmal


dieser Baum konnte kein Naturdenkmal werden

Europäischer Baumpflegerat

Das EAC möchte Verbesserungen erreichen in Bereichen:

des Berufsstandes, der Forschung bei Bäumen in der Stadt, der Ausbildung und des Trainings bei Baumpflege, der sicheren Praktiken mit Schneidegeräten und Kettensägen, des Baum-Managements, der Überwachung von Krankheiten und Schädlingen der Baumpflanzung in der Stadt und der Harmonisierung der Baumpflege in Europa

...wäre doch schön, wenn man die Natur in der Stadt einfach machen ließe, ohne einzugreifen: selbst Baumstümpfe werden wieder als Behausung genutzt

Verschiedene Zuständigkeiten in der Stadtverwaltung München:


-Gartenbaureferat Mitte.

-Inninger Str.

-Friedensstr.40

-Forstverwaltung/ Weyarn/ Gotzing

Kommunalreferat/Forstverwaltung/Revierförster/Waldgebiete

Stadtverwaltung/Baureferat/Gartenbau

 Stadtverwaltung/Baureferat/Baumschutz

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Allein schon, daß die Stadt ihre neuen Hochglanzbroschüren nicht auf Recyclingpapier herausbringt, treibt mich auf die Palme.

"certified paper from controlled sources" ist ein Kompromiß, der nicht unbedingt nötig ist.

Recyclingpapier hat zu 99% dieselbe Weiße und Qualität.

Wichtig ist, den globalen Zusammenhang zu erkennen:

http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/papier

http://foep.info

Kritik am FSC-Siegel

Emissionshandel beobachten

Kritik an REDD

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als Wahnsinnige (Privatwaldbesitzer?) vor einigen Jahren im Naturschutzgebiet Nähe (S)bahn Buchenhain ca. 30 um die 100 jahre alte Buchen abgeholzt haben, war Greenpeace nicht vor Ort..... 

https://www.greenpeace.de/themen/waelder/buchenwaelder/bayern-will-wertvolle-buchenwaelder-abholzen

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Bildmaterial zur Pressemeldung v. 13.2.2015: "Rodung auf der Museumsinsel"

 münchentv Bericht: Aufgrund einer Kahlschlagmaßnahme auf der Museumsinsel möglicherweise getöteter Biber. zumindest seines Zuhauses beraubt

 BUND München zum dilettantischen und destruktiven Vorgehen der städtischen Biotopzerstörer

 Pressemeldung BN Kahlschlag Museumsinsel

 "Ausgerechnet eines der Aushängeschilder Münchens ist in den vergangenen Tagen zerstört worden. Ohne Not wurde die weit über München hinaus bekannte Museumsinsel an der „Kleinen Isar“ innerhalb weniger Tage nahezu komplett gerodet. Noch spricht das Wasserwirtschaftsamt auf seiner Homepage vom „ Naturjuwel Kleine Isar“, die ein „urban bedeutsamer Lebensraum für zahlreiche Tier - und Pflanzenarten“ sei. Die Behörde muss ihre Internetpräsenz korrigieren, das Naturjuwel Kleine Isar existiert so nicht mehr. Wo bis vor kurzem die grüne Museumsinsel und das Deutsche Museum für die gelungene Symbiose von Natur und Technik standen, ist nichts mehr, wie es war. „Die nahezu vollständige Zerstörung des Lebensraumes an der „Kleinen Isar“ ist durch nichts zu rechtfertigen. Sämtliche beteiligten und verantwortlichen Behörden haben hier kollektiv versagt“ urteilt Christian Hierneis, Vorsitzender des BUND Naturschutz in München (BN)."
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auch im Westpark wurde im Frühjahr 2015 ziemlich viel geholzt.
Von den IGA1983-Pflanzen sind dort sowieso nur noch wenige zu sehen.

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Hat das Fällen am Louise-Kisselbach-Platz sein müssen?

 Verhältnis Baumschutz – Baurecht

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Krank, kränker, wer?

Schäden an Baumbeständen als Indikatoren für menschlichen Wahn.

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und hier noch einige fotografische Eindrücke vom Baureferat:







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